Mimik macht sozial intelligent

Liesse sich Macht, Status oder Zuneigung wirklich nur mit Worten klären oder könnte man Handlungsabsichten, Aggression, Angst oder Lügen allein durch Worte erkennen, hätten sich unsere Vorfahren, nach dem Erlangen der Sprache, die Anstrengung der Gesten oder der Mimik sparen können.

Könnten Worte Körpersprache ersetzen, hätten zum Beispiel Autisten weit weniger Probleme.

Der Autist sieht zwar, nach neuesten Erkenntnissen, weit besser als ein ‚neurologisch typischer’ Mensch. 2,8 Mal besser, wie ein Raubvogel also*. Trotzdem ist er nicht in der Lage Körpersprache zu ‚sehen’ und zu lesen oder sich durch sie auszudrücken. Was zur Folge hat, dass seine sozialen Interaktionen beeinträchtigt sind. Auch Menschen mit Asperger Syndrom* strecken als Baby der Mutter nicht die Arme entgegen, um hochgehoben zu werden. Dabei entwickeln sie früh eine grammatikalisch und stilistisch hochstehende Sprache. Sie sind gut darin Fakten zu sammeln oder zu rechnen. Sie sind, wenn sie zu den ‚inselbegabten’ gehören, ihren sozial unbeeinträchtigten Mitbürgern darin sogar haushoch überlegen. Das Lächeln aber, das wir ihnen schenken, wird nicht erwidert. Es fehlen ihnen die essenziellen Mittel, wie Gesten und Mimik, um Kontakt aufzunehmen, eine Beziehung herzustellen oder sie zu lesen, um soziale Regeln und soziale Situationen intuitiv zu erfassen, geschweige denn empathisch zu sein.

Ihre unbewegte Mimik gibt uns keinen Schlüssel dazu wie sie zu uns stehen.

Austausch von Gesten und Mimik brauchen wir, um uns unter Menschen wohlzufühlen und den anderen zu verstehen. Und spätestens jetzt, wo ‚menschenorientierte Führung’ als Begriff in unternehmerisch orientierten Publikationen auftaucht, wird klar, dass ‚Empathie’ kein Begriff für Sozialromantiker ist.*

Und was wären die Mächtigen ohne Ihre Gesten? 😉

*(Quelle: Bild der Wissenschaft online und ‚Sehschärfe’ Wikipedia)

*(siehe ‚Asperger Syndrom,Aerzteblatt.de, März 2004 (Sonnenmoser,Marion, s. 129

siehe auch: Realitäten und Absurditäten auf unserem Planeten: Fakten und Mythen über… by Norbert Penkaitis, s. 141 )

*lesen sie dazu den Artikel im Weiterbildungsmagazin ‚ManagerSeminare’, heft 184, Juli 2013, S. 44

By |2018-07-13T12:04:17+00:0017/02/2015|
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