Dem anderen die Oberhand überlassen?

Das Gegenteil der Oberhand ist die offene Hand. Die offene Hand die Barack Obama Raul Castro nach dem 2-stündigen Gespräch anbietet, ist zwar kein Zeichen persönlicher Sympathie, aber ein symbolisches Zeichen für ein Friedensangebot des Vertreters einer übermächtigen und bisher als feindlich erlebten Nation.

Der Ausdruck ‚Die Oberhand gewinnen’ bedeutet beherrschen, siegen. Wenn uns jemand die Oberhand hinstreckt*, also die Hand mit dem Handrücken nach oben, bleibt uns nichts anderes übrig als unsere Hand mit dem Rücken nach unten anzubieten. Der andere hat die Positionen schon festgelegt und die Rollen verteilt. Was tun? Eine Hand auszuschlagen wäre eine sehr grobe Beleidigung**. In einen Händeringkampf einzusteigen wäre unsinnig, lächerlich und würde dem Händedruck die ursprüngliche Bedeutung nehmen, nämlich die als Symbol der Eintracht und friedlichen Verbindung. Freuen wir uns in solchen Momenten lieber über die Information die wir erhalten: Dem anderen ist es wichtig die Situation unter Kontrolle zu haben oder ganz einfach der Mächtigere zu sein. Ob wir diese Eitelkeit oder mögliche Angst strategisch nutzen oder uns ganz einfach zukünftig von diesem Gegenüber fernhalten oder aber die hierarchischen Verhältnisse so akzeptieren, weil sie formell nicht zu ändern sind, denken Sie daran: Wer innere Stärke besitzt, der wird sich nicht scheuen dem anderen in diesem Moment die Oberhand zu überlassen.

*siehe auch ‚Was die Hände bei der Begrüssung verraten’

** Knigge Regeln


Dieser Beitrag wurde im Original auf www.apriori.ch publiziert.

By |2018-07-13T12:51:11+00:0001/06/2018|
Diese Webseite verwendet Cookies. Mehr Informationen darüber, wie Ihre Daten verwendet werden, finden Sie unter Datenschutz. Ok